Wahlunterricht
Medienerziehung/Videofilmen
Für alle Klassen 8 und 9 H/R/G
Kaum ein Medium fasziniert junge Leute so sehr wie der Film. Fernsehen anschauen oder ins
Kino gehen bestimmt die Freizeit der Schüler in noch nie gekanntem Maße. Hier liegt auch
schon die Gefahr, der sich Eltern wie auch Schüler selten bewußt sind, nämlich die
Gefahr der Fremdbestimmung, der Abhängigkeit und Passivität. Der Glanz und die
Faszination, die vom Film ausgeht, ist das Werk vieler Arbeitsstunden, geleistet von
unzähligen engagierten Mitarbeitern. Eine sinnvolle Medienerziehung setzt hier an, sie
zeigt den Schülern den Entstehungsprozess eines Filmes und entzaubert somit seine
Scheinrealität. Die Schüler erfahren, wie ein Film konzipiert wird, wie ein Drehbuch
entsteht, wie eine Idee filmisch realisiert wird, wie der Film aus Einzelteilen
zusammengeschnitten und schließlich vertont wird.
Im Mittelpunkt des Unterrichts steht das eigene Filmen mit der Videokamera, denn
Videofilmen macht Spaß und kann mehr sein als nur ein Festhalten von Urlaubsstimmungen.
Die Besonderheit des Mediums Video erlaubt eine ungezwungene Handhabung und die
Möglichkeit der ständigen Selbstkontrolle und Korrektur. Die Arbeit mit Video öffnet
eine Fülle von Möglichkeiten und Lernfeldern. Sie kann demokratische Umgangsformen und
Kompromissfähigkeiten fördern, wenn die Schüler zur Darstellung ihrer Meinung und
Wünsche das Video benutzen. Sie kann soziale Kompetenz und Teamfähigkeit unterstützen,
wenn die Schüler bei der Herstellung eines Films die unterschiedlichen Aufgaben in
kooperativen Arbeitsformen wahrnehmen. Auch das kreative Potential, das in der Regel wenig
gefragt ist, kann sich in vielerlei Varianten verwirklichen. Die Inhalte und Arbeitsweisen
des Videokurses sind nicht festgelegt, da je nach der Zusammensetzung die Schüler andere
Kenntnisse, Fähigkeiten und Wünsche mitbringen. In den bisherigen Jahren hat sich eine
grobe Teilung in drei Themenbereiche herauskristallisiert.
- Kennenlernen der Technik anhand leichter individuell zu
lösender Aufgaben
z. B. Vorstellen des besten Freundes, Interview mit einem Lehrer u. ä. - Analyse eines Filmes in Bezug auf Kamerastellung, Schnittfolge, Komposition, Vertonung etc.
- Verfilmung einer Kurzgeschichte, Märchen etc., d. h. Erstellen eines Drehbuches, Festhalten der einzelnen Sequenzen, Nachbearbeiten im Videostudio, Schneiden und Nachvertonen.
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