
Dürfen wir alles was wir können?
Ein Vortrag über Genetik und Ethik
Mit dem Tod des Schafes Dolly starb auch eine gentechnische Sensation. In der Blütezeit ihres Lebens ging sie an Alterskrankheiten zu Grunde. Schuld der Gentechnik?
Fragen dieser Art wurden im Bettina-von-Arnim-Forum der Ursulinenschule Fritzlar am 01.04.03 von Herrn Professor Lüke aus der Universität Aachen beantwortet. Der grundlegende Vortrag des Professors befasste sich mit den eigentlich so gegensätzlichen Gebieten der Gentechnik und Ethik.
Mit alltäglichen Beispielen und übersichtlichen Schaubildern führte er die 15-18 jährigen Schüler in das komplexe Themengebiet der Genetik ein. Er erklärte uns genau die Befruchtung der Eizelle und anschließend die künstliche Befruchtung. Sie nennt sich In-vitro-Fertilisation, bei der die Eizelle in einem Reagenzglas künstlich befruchtet wird.
Danach schilderte uns der Professor die Methode des Klonens. Hierbei wird der Eizelle der Zellkern entfernt und dafür eine andere Zelle eingepflanzt. Diese Methode ist sehr kompliziert und man brauchte bei Dolly 267 Versuche, bis das Klonen endlich geklappt hat.
Die letzte Möglichkeit viele gleiche z.B. Kühe auf einmal zu „produzieren“ wäre das embryonale Splitting. Bei Zwillingen findet dieser Vorgang auf natürliche Weise statt. Nach der Befruchtung der Eizelle teilt sich diese sehr oft. Beim embryonalen Splitting werden die embryonalen Stammzellen getrennt, also gesplittet, und weiter gezüchtet. Meistens teilt man acht Stammzellen und am Ende bekommt man acht Kühe die die gleichen Gene haben, also genauso aussehen.
Wichtig bei dieser Methode ist es noch, dass man die Zellen getrennt, also z.B. als Leber, weiter züchten kann und dann einem Alten Menschen das Leben rettet. Stellt sich die Frage, ob man embryonale Stammzellen, die der Anfang eines jeden Menschenlebens sind, für die Forschung benutzen oder sie sogar dabei töten darf? Wäre es nicht Mord an einem Lebewesen, das existieren könnte, wenn man es sich nur entwickeln lässt?
Nach dem Vortrag hatten die Schüler ein wenig Zeit über dieses Thema in Gruppen zu diskutieren und sich noch offene Fragen zu überlegen, die dann von Professor Lüke beantwortet wurden. Besonders interessant war die Frage nach alternativen Methoden um Organe oder Medizin herzustellen. Man könnte tatsächlich adulte, also erwachsene, Stammzellen nehmen, die in jedem Körper vorhanden sind, und diese weiter verarbeiten. Es wäre auf jeden Fall nicht so unmoralisch, wie embryonale Stammzellen zu benutzen.
Dieser Tag war mal eine schöne Abwechslung zu normalen Schultagen. Wir haben viel, wenn nicht sogar mehr als sonst, gelernt. Dafür danken wir Professor Lüke und den Lehrern und Schülern, die diesen Tag geplant und verwirklicht haben.
Felix Bernhard und Jennifer Fischer
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