| Mediasurfer 2006 |
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Fünf Schülerinnen und Schüler der Ursulinenschule haben am vergangenen Mittwoch, 25. April mit ihrem Kurzfilm "Wild America" den Medienkompetenzpreis "Media Surfer 2006" gewonnen. Der Preis ist eine Initiative der LPR Hessen, Medienprojekte an Schulen auszuzeichnen, die sich pädagogisch besonders durch die Vermittlung von Medienkompetenz hervorheben. Eingereicht werden können Video-, Audio- oder Internetprojekte, oder alles andere, was mit modernen elektronischen Medien zu tun hat, die dann aufgeteilt in vier Altersgruppen prämiert werden. In dem Kurzfilm zeigte die Gruppe ihre Interpretation von drei Daten der amerikanischen Geschichte, die eher lustig und ironisch als ernst ausfiel.
Als die Klasse im Englischunterricht die Aufgabe bekam, in Gruppenarbeit die amerikanische Geschichte zu erarbeiten, begannen einige der Schüler schon zu stöhnen und schnell spaltete sich eine Gruppe ab, die die Aufgabe lieber mittels eines Video-Projekts erarbeiten wollte. Thorsten Skibbe, der Englischlehrer, hatte nichts dagegen, und so stand dem Projekt nichts mehr im Wege. Da das Medium Film recht aufwändig ist, beschränkte sich die Gruppe auf drei spezielle Ereignisse, die sie in humorvoller Weise, zum Teil nicht ganz an den Tatsachen orientiert, wiedergab. Der erste Aspekt war die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Paddelboot. Dass es nicht Indien, sondern Amerika war, was er entdeckt hatte, erkannte Kolumbus im Film daran, dass die Indianer Fast Food von McDonalds aßen. Der zweite Aspekt war die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, die im Wohnzimmer von einem der Schüler gefilmt wurde und in einer großen Party endete. Ausschlag gebend dafür waren Massenproteste, an deren Dreharbeiten die gesamte Klasse mithalf. Außerdem dargestellt wurde die Prohibitionszeit, in der der Alkohol in Amerika verboten war. Hierfür verkaufte der Mafia-Boss mit Pornobrille in der ortsansässigen Kneipe eine geschmuggelte Flasche Schnaps für eine horrende Summe. Für das Geld, das als Requisite tatsächlich existierte, legten mehrere Mitglieder der Gruppe ihre Kontoinhalte zusammen, die sie vorübergehend abgehoben hatten. Das Ganze wird kommentiert und erklärt von einem Moderator und mit einfachen, aber zum Teil wirkungsvollen Effekten lustig und spannend gemacht, zum Beispiel den Schiffen von Christoph Kolumbus als Papierschiffen in der Badewanne oder einem Richter, der in Zeitlupe und mit dramatischer Musikuntermalung mit einem Hammerschlag die Prohibition einführt. Das Konzept, die Texte und Ideen wurden im regulären Englischunterricht erarbeitet, die Dreh- und Schnittarbeiten wurden anschließend komplett in Eigenregie an einem Tag und der darauf folgenden Nacht durchgeführt, was zwar viel Stress bedeutete, den Beteiligten aber auch Spaß gemacht hat.
Später hatte einer der Beteiligten aufgrund eines Plakates die Idee, diesen Kurzfilm beim Mediasurfer Wettbewerb einzureichen. Es wurde also eine kurze Zusammenfassung des Projekts für die Bewerbung geschrieben und zusammen mit einer DVD mit dem Film eingeschickt, worauf eine Nominierung mit Einladung zur Preisverleihung am vergangenen Mittwoch folgte. Die Veranstaltung fand im Kino Cineplex-Capitol in Kassel statt und wurde moderiert vom beliebten Moderator Tobi Schlegl. Die Schüler sahen ihre Chancen unterschiedlich gut: als die Jury verkündete, dass in der entsprechenden Altersgruppe nicht nur eine sondern ganze drei Gruppen ausgezeichnet würden, festigte sich bei den einen die Hoffnung auf einen Preis während sich bei den anderen Enttäuschung breit machte, den Ruhm teilen zu müssen. Beides bewahrheitete sich, indem gleich als erste Gruppe die Schüler der Ursulinenschule genannt wurden. Argumente der Jury waren zum einen, dass ein von vielen Schülern als langweilig empfundenes Unterrichtsthema, nämlich Geschichte, lustig aufbereitet wurde, zum anderen wurde der hohe Kreativitätsspielraum und die Eigenständigkeit, mit der die Schüler das Projekt durchführten, sehr gelobt. Auch das Budget von Null Euro wurde anerkennend aufgezählt; das war möglich, weil sämtliche Requisiten und Kostüme von Freunden oder aus dem Haushalt geliehen wurden und z.B. auch sämtliche Schnittarbeiten am Privat-PC eines Schülers gemacht wurden, der ja in vielen Haushalten ebenfalls ohnehin schon vorhanden ist.
Anschließend gab es noch ein kräftiges Buffet mit einer großen Auswahl an Süßem und Herzhaftem, dazu Gratisgetränke - die Teilnahme am Wettbewerb lohnt sich also sogar für die, die leider keinen Preis mitnehmen konnten. Doch nicht nur der volle Magen, sondern auch die Urkunde im Gepäck machte dann auch den Nachhauseweg angenehm für die Schüler der Ursulinenschule.
http://www.lpr-hessen.de/default.asp?m=3&s=1512










