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"Mathematik zum Anfassen" |
Dreitausend begeisterte Besucher in der Ursulinenschule
Drei Wochen lang war sie zu Gast in der Ursulinenschule Fritzlar, die Ausstellung Mathematik zum Anfassen des Mathematikums aus Gießen. Am Donnerstag, den 28.08. 2008 schlossen sich die Pforten des Treffpunktes wieder, wo Jung und Alt auf spielerische Weise in die Welt der Zahlen eingeführt wurden. Dieter Rembde, Vorstandsmitglied der VR-Bank Schwalm-Eder, ein großzügiger Förderer dieser Veranstaltung, und Rainer Walenzik, Leitender Schulamtsdirektor des Schwalm-Eder-Kreises, besuchten noch einmal zum Abschluss die Ausstellung. Sie zeigten sich sehr angetan von der Begeisterung der Kinder und Jugendlichen für die mathematischen Experimente und wunderten sich darüber, dass ein eckiges Rad funktioniert. Felix Wankel (1902-1988) hatte bereits in seinem Motor ein dreieckiges Gleichdick in einer besonderen Form, der Epitrochoide, verwendet.
Zwei Vorträge des ‚Vaters’ des Mathematikums, Prof. Alfred Beutelspacher, hatten die Tage in der Schule eröffnet; vor 160 Schülern der 5. Klassen und 130 Oberstufenschülern berichtete er etwa über „Mathematik im Handy“. Apropos Zahlen: in den drei Ausstellungswochen kamen über 3000 Besucher, davon 1100 Ursulinenschüler und etwa 1500 Schüler aus benachbarten Schulen. 66 Gruppen aus Schulen zwischen Kassel, Korbach und Treysa konnte das Vorbereitungsteam zählen, das sich aus Lehrern, Mitarbeitern der Mensa und vielen engagierten Eltern zusammensetzte. „Ohne die Eltern“, so Christian Henze von der Ursulinenschule, Organisator der erfolgreichen Tage, „hätten wir die Ausstellung nicht durchführen können.“ Am wichtigsten ist es aber, dass die Besucher die Scheu vor der Mathematik ablegen und sehen konnten, dass Zahlen und ihre Anwendung auch Freude machenBildunterschrift: Herr Dieter Rembde, Vorstandsmitglied der VR-Bank Schwalm-Eder mit Herrn Christian Henze, Sprecher des Organisationsteams, mit Besuchern der Ausstellung Foto: Fr.Schröck
Plötzlich steht man Kopf
In der Ausstellung "Mathematik zum Anfassen" gab es viel zu erleben.
FRITZLAR. Räder müssen gar
nicht rund sein, damit ein Wagen ruhig auf einer Schiene rollt. Sie können auch
so eine merkwürde Form haben wie in de Ausstellung "Mathematik zum Anfassen, die
in der Ursulinenschule zu Gast ist.
Am Samstag wurde sie mit einem Festakt in der Turnhalle eröffnet. Dr. Thomas
Baumert, Physikprofessor in Kassel, hielt den Eröffnungsvortrag über das
Wechselspiel zwischen Physik und Mathematik, das er als eine heimliche Liebe
beschrieb. Der Professor schlug einen Bogen von den Größen Kepler bis Leibniz
und in die Gegenwart. Ohne die Quantenphysik seien Computer, Handys und DVDs
nicht denkbar. Generalvikar Prälat Peter-Martin Schmidt erweiterte den Blick auf
sein Metier, die Religion, und wies die Vorstellung zurück, der Zufall sei der
Urgrund des Seins.
Nach der Eröffnung mit hochkarätigen musikalischen Einlagen von Schülern der
Musikgruppen von Eva-Maria Heupts ging es dann in die Ausstellung. Mathematik
zum Begreifen war versprochen worden. Und so gibt es mit Treffpunkt bis Ende
August viele spannende Experimente nicht nur zu sehen, sondern vor allen Dingen
auszuprobieren.
Da können die Schüler durch ein Guckloch sehen, wie sich schräge Linien
passgenau auf ein quadratisches Schachbrett legen und können am Computer einen
Schriftcode entschlüsseln. Wie simple Puzzle-Teile sehen die Stücke des
Penrose-Puzzles aus. Doch, wenn man sie zusammensetzt, werden sie zu Stücken
eines unendlichen Musters, wobei sich keine Zusammenstellung wiederholt. Das hat
der Mathematiker Roger Penrose berechnet. In der Ursulinenschule kann nun jeder
versuchen, das Gegenteil zu beweisen.
Spiegel kommen in der Ausstellung immer wieder vor. So wird der Betrachter im
Spiegeldreieck unendlich vervielfältigt. Horrorvision? Nein, nur ein Trugbild.
Ein anderer Spiegel sorgt dafür, dass der eigene Kopf einen plötzlich mit den
Haaren nach unten anschaut.
Unterhaltsam und lehrreich ist die Ausstellung. Passend gibt es einen Tisch mit
Büchern, T-Shirts und anderen Souvenirs. So macht Mathe richtig Spaß! (ode) HNA 11. August 2008
Ohne Hilfe hätte es nicht geklappt!
Viel Engagement machte diese Ausstellung möglich.
Viele Menschen haben zum Gelingen
der Mathematikums-Ausstellung beigetragen. Das betonte Organisator Christian
Henze bei der Eröffnungsveranstaltung in der Sporthalle der Ursulinenschule.
Er nannte die vielen Sponsoren, die das nötige Geld aufbrachten. Großspenden gab
es von der Kulturstiftung der Kreissparkasse Schwalm-Eder, von der VR-Bank
Schwalm-Eder sowie von der Niedensteiner Kreuz-Apotheke. Darüber hinaus
beteiligten sich zahlreiche Betriebe und Privatspender aus Fritzlar und der
Region.
Henze würdigte die Arbeit von Eltern, Schülern und von Kollegen.
In der Veranstaltung wurde immer des verstorbenen Mathematiklehrers Martin
Mulqueen gedacht, der an der Vorbereitung der Ausstellung beteiligt gewesen war.
Er war bei einem Kletterunfall ums Leben gekommen. Schulleiterin Jutta Ramisch
bat um eine Schweigeminute und Prälat Peter-Martin Schmidt betete mit den Gästen
für den verstorbenen Lehrer.
Die Ausstellung "Mathematik zum
Anfassen" ist noch bis Donnerstag, 28. August 2008 zu Gast im Treffpunkt der
Ursulinenschule in Fritzlar. Viele Schulklassen hätten sich schon für Führungen
angemeldet, sagte Organisator Christian Henze. Nur noch wenige Termine seien
frei, alle nach 16 Uhr. Ein Anmeldeformular ist auf
www.ursulinenschule.de
zu finden. An den Samstagen 16. und 23. August ist von 11 bis 15 Uhr für
Familien geöffnet. Auf Wunsch werde auch an den Sonntagen, 17. und 24. August
geöffnet. Anfragen an das Sekretariat, Tel. 05622 99960. (ode) HNA 11. August 2008
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