Ursulinenschule Fritzlar

Kassel - Poznan 2007

Am Freitag, eine Woche vor den Ferien, konnte es losgehen. Die letzte Klausur war geschrieben und die Stimmung auf das, was wir vor uns hatten, war prima. Einer unserer Hausmeister fuhr uns mit dem schuleigenen Bus nach Kassel-Fuldatal, wo der Austausch auch dieses mal stattfinden sollte. Dort angekommen wurden die Zimmer bezogen und dann gab es erst einmal Essen. Gerade die Neulinge waren begeistert vom Service, von den Zimmern, vom Essen und vom Equipment der "Reinhardtswaldstätte", die keine Kosten scheute, einen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Nach der sehr leckeren Mahlzeit in der Mensa stand nun der erste Kontakt mit den Polinnen und Polen bevor, den Frau Madloch mit Kennenlernspielen gestaltete. So konnte ein erster Kontakt leicht und schnell geknüpft werden. Als wir diese Formalitäten hinter uns hatten, kamen wir zum eigentlichen Programm und dem Ziel des Austauschs: dem Dreh eines Films. Hierzu wurden wir, gemischt mit den Polen, in drei Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einem Filmtechnischen Berater und einem Dolmetscher unterstützt wurden. Nun galt es die erste Hürde zu nehmen: die Themenwahl. Das gestaltete sich schwieriger als man vermuten sollte, waren doch recht  viele unterschiedliche Meinungen zu dem ultimativen Dreh, den die Welt bisher vermisst hat, vertreten. Schließlich, der Hunger machte es möglich,  einigte man sich dann endlich doch auf ein Thema, was allen einigermaßen zusprach.

Danach wurde der Tag von einem leckeren Abendessen abgerundet. Somit war das Pflichtpensum absolviert, der Tag aber noch nicht zu Ende. In der Cafeteria wurde das ein oder andere Fläschchen getrunken, getanzt und gelacht. Die Stimmung war super und erste Bekanntschaften mit den Polinnen und Polen wurden vertieft, auch wenn man sich oft nur mit Handzeichen verständlich machen konnte. Hier kamen auch erste Kontakte mit den Schülern der Jakob-Grimm Schule aus Kassel zustande, die ebenfalls einen Polenaustausch machten, ihren Focus jedoch auf Tanz und Theater gelegt hatten. Am nächsten Morgen ging die Arbeit erst richtig los. Die Abstimmung am Vortag hatte ergeben, dass eine Gruppe die Arbeit der Tanzgruppe bis zur Performanz mit der Kamera dokumentieren wollte, die Zweite ein Making off der Theatergruppe erstellen und die dritte Gruppe sich an einem Musikvideo versuchen wollte. Viele die noch nie mit dem Medium Video gearbeitet haben werden jetzt sagen: "Was, fünf Tage für so ein kleines Video"? Ein Film ist ein komplexes Verfahren, dass von der Vorbereitung bis zum Schneiden des Films minutiös geplant sein will. Deswegen waren die ersten Arbeiten das Recherchieren und die  Konzepterstellung so besonders wichtig, denn falls man dort Fehler einbaute oder etwas übersah, konnte das später nur mit sehr viel Mehrarbeit wieder wettgemacht werden. Die Tage Samstag, Sonntag und Montag waren dann voll mit Drehterminen und sehr arbeitsreich. Die meisten Drehspots wurden vor Ort, also in und um die Reinhardswaldschule, aber auch in Kassel diente die Treppenstraße als Hintergrund.

Trotz einiger kleinerer Probleme ist nie schlechte Laune aufgekommen. Ganz im Gegenteil. Die Stimmung war durchgehend entspannt und freundlich, auch die begleitenden Lehrer waren sehr locker und tolerant. Erst am Dienstag wurde es leicht stressig. Obwohl der ganze Tag für das Schneiden des Rohmaterials eingeplant war, wurde die Zeit knapp. Schlussendlich schafften wir es dann doch mit dem engagierten Einsatz von Herrn Edelmann um 19:15 Uhr die Filme rechtzeitig fertig zu stellen, um sie  dann um 20:00 Uhr in der Salzmann-Factory einem zahlreich erschienen Elternpublikum uraufzuführen. Gemeinsam mit den übrigen Theater-, Musik-  und Tanzworkshop wurden alle  erarbeiteten Ergebnisse des einwöchigen deutsch-polnischen Austausches präsentiert. Der deutsch-polnische Kulturabend in der Kulturfabrik Salzmann war der Höhepunkt auf den alle hingearbeitet hatten. War vor dem Beginn noch überall die Anspannung der Schüler zu spüren, so löste sich der Stress in Freude und  Erleichterung als das Publikum mit begeistertem Jubel auf die dargebotenen Aufführungen reagierte. 

 Nachdem der Applaus verklungen war, war es dann leider soweit. Das Ende des Austauschs war erreicht und nach einem Tränen reichen Abschied ging es, mit einem guten Gefühl im Bauch, nach Hause. Der Polenaustausch war ein sehr schönes Erlebnis, der, Dank den Bemühungen von Herrn Edelmann, nicht das letzte Mal stattgefunden hat.

 Ich kann jedem nur empfehlen, auf jeden Fall in den nächsten Jahren daran teilzunehmen und eine Fülle an Spaß, Erfahrung, kulturellen Eindrücken und schönen Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen.
 

Moritz Splietorp

Hier einige Bilder