Ursulinenschule Fritzlar

3. Comenius-Treffen in Fritzlar, Deutschland

 

Rendevous in der Ursulinenschule

Fritzlar, die Stadt aus dem Mittelalter, bewies sich wahrlich als gastfreundliche Stadt für unsere Gäste aus Frankreich, Finnland, Spanien und England. 

„Kraut und Rüben haben mich vertrieben, hätt‘ die Mutter Fleisch gekocht, so wär‘ ich länger ‘blieben!“ – mit mittelalterlichen Gesängen fand das 3.RENDEZ-VOUS im Rahmen des Comenius- Projektes einen glorreichen Abschluss. Im Zeitraum vom 26.09 bis 02.10.2010 trafen sich ca. 50 Schüler und Lehrer aus fünf verschiedenen Nationen und arbeiteten gemeinsam an Projekten rund um die Themen „Mittelalter“ und „Märchen“ - da war Fritzlar natürlich genau der richtige Austragungsort! In einer arbeitsintensiven Woche wurden nicht nur Kompetenzen über das Mittelalter vertieft – wie kochte man im Mittelalter? Welche Bedeutung hatten Brot und Kräuter? - sondern auch Freundschaften entwickelt, die weit über geographischen Grenzen hinausgehen.

Doch zunächst galt es, mit „Getting to know each other“-Spielen, Tanz-, Gesang- und Theater-Workshops und zahlreichen anderen Aktivitäten das „Eis zu brechen“. Für die meisten Schüler – hier einmal abgesehen von den Engländern und Finnen, die die englische Sprache perfekt beherrschen – waren die ersten Versuche im Umgang mit der neuen Arbeitssprache ungewohnt. Doch dies legte sich bald, nachdem man zwischen Stadtführungen und Ausflügen die ersten Kontakte geschlossen hatte.  

So manchen Blick der Fritzlarer Bürger erregte die ungewöhnliche Gruppe zwischen den mittelalterlichen Stadtmauern von Fritzlar: Der Kleidungsstil der finnischen Jugendlichen,  das temperamentvolle Verhalten der spanischen Gäste und das allgemeine Gespräch auf Englisch war neu für die Einheimischen. Doch nicht nur in der Schule erlebten unsere Gäste  allerhand Neues: Dank intensivem Umgang mit ihren Gastfamilien erlebten die Schüler die für sie meist ziemlich ungewöhnlichen Traditionen der deutschen Kultur. Aus sicheren Quellen ist bekannt, dass vor allem das Essen unseren Gästen in Erinnerung bleiben wird. Und genau das ist das Ziel des Restaurant RENDEZ-VOUS: der Vergleich und das Erleben der internationalen Esskulturen. Im 3. RENDEZ-VOUS in Deutschland ging dies in Verbindung von Mittelalter und Märchen vonstatten.   

Und wo könnte man dem Thema Märchen besser nachgehen als in der Heimatstadt der Brüder Grimm Kassel? Im Kasseler Bergpark und beim anschließenden Besuch in der Knallhütte wurden unseren Gästen nicht nur allerhand Informationen über Kassel und die Brüder Grimm nahe gebracht, sondern auch dank talentierten Hobby-Schauspielern (oder kurz: Lehrer) alte Märchen.

Zwischen allerhand neuen Eindrücken kam auch das Vergnügen nicht zu kurz: Die Sommerrodelbahn am Edersee, welche von unseren Gäste zunächst eher skeptisch betrachtet wurde, wurde besonders von den Finnen in Anspruch genommen. Beim gemeinsamen Tanzen und Singen – selbstverständlich auf mittelalterlicher Art – konnten unsere Gäste ihren kreativen Fertigkeiten beweisen und bei einem kleinen „German course“ wurde versucht, ihnen die doch ziemlich komplizierte deutsche Sprache etwas näher zu bringen. Ob ihnen davon viel in Erinnerung bleibt, bleibt im Dunkeln, aber die Wirkung der vielen unterschiedlichen Sprachen, so z.B. die Schnelligkeit der spanischen Sprache, die Musikalität des Französischen und das für unsere Ohren ziemlich ungewöhnliche Finnisch, machte Lust auf mehr. Sprachkompetenzen wurden aber meistens in der gemeinsam verbrachten Freizeit entwickelt, denn trotz der unterschiedlichen Muttersprachen hatte man sich viel zu erzählen und so entstanden zahlreiche unvergessliche Momente.

So ist es kein Wunder, dass die Abschiedsfeier mit vielen Emotionen verbunden war, die man besonders bei unseren französischen Freunden beobachten konnte, die leider schon am gleichen Abend abreisen mussten. Jedoch sorgten die Aufführungen von Tanz- und Theater-Workshops für einen krönenden Ausklang der Woche.

Highlight des Abends war wohl das dem Thema des 3. Rendez-vous entsprechende Spanferkel, welches zunächst mit kritischem Blick beäugt wurde, aber schließlich den Geschmack unseren internationalen Gäste traf. Was nun folgt? Das 4. Rendez-vous dieser Reihe in England! 

Niklas Sonnenschein. Isabel Wischler (Comenius-AG)

 

Aus Hna Fritzlar vom 04.10.2010

Schüler und Lehrer aus fünf EU-Ländern erkundeten die Ernährung unserer Vorfahren

Und ein bisschen Mittelalter

Fritzlar. In der Ursulinenschule in Fritzlar ging es international zu. Schüler und Lehrer aus Frankreich, Finnland, England und Spanien beteiligten sich an einem europäischen Treffen.

Internationale Kostümierung: Das EU-Lehrerensemble mit von links Birgit Anders (Deutschland), Clint Lakin (England), Maritta Riekki (Finnland), Mayte Giron (Spanien), Thierry Lecroq (Frankreich) und Klaus Wefing (Deutschland). Foto: privat/nh

 

Wie die Lehrerin Birgit Anders erläuterte, finden solche Veranstaltungen alle zwei Jahre statt und werden von der Europäischen Union mit 20 000 Euro für jede teilnehmende Schule bezuschusst. Damit sollen Begegnungen von Schülern und Lehrern europaweit ermöglicht werden. Dieses Jahr trafen sich die Ländervertretungen in Deutschland.

In Fritzlar beschäftigten sich Schüler aus fünf EU-Ländern mit dem Thema Ernährung im Mittelalter. Dabei halfen Mitarbeiter des Regionalmuseums und stellten ihren Kräutergarten am Hochzeitshaus zur Verfügung.

Weitere Themen waren die Medizin und die Stellung der Frau im Mittelalter, aber stets im Hinblick auf das Hauptthema Ernährung. Aber auch die durch die Brüder Grimm in Nordhessen beheimateten Märchen wie Hänsel und Gretel waren ein Thema, denn die beiden Märchenfiguren hatten im Wald eine Spur aus Brotkrumen gelegt.

Innerhalb der Woche gab es Arbeitskreise zu den Themen Mittelalter und Märchen mit Tanz, Theater und Chorgesang. Dazu wurde Brot wie im Mittelalter hergestellt, und als Kontrast stand ein Besuch der jungen Leute in einer Großbäckerei in Gilserberg auf dem Programm. (zzp)