Ursulinenschule Fritzlar

G4-Gipfel an der Ursulinenschule

Zwischen dem 20. und 26. November 2011 empfing die URS zahlreiche prominente Gäste aus ihren Partnerschulen in Wolstanton/Großbritannien, Oulu/Finnland und Bourgoin-Jallieu /Frankreich. Die etwa 40 Botschafter brachten ihre Erkenntnisse zum Thema „Energy for tomorrow“ mit nach Fritzlar. Gipfel-Themen waren die gegenwärtige Energieerzeugung in den Partnerländern, der Umgang mit Energie in den Partnerschulen, die erneuerbaren Energien und der CO2 - Abdruck, den die Reisen nach Fritzlar hinterlassen haben.

In einem überaus schwierigen mehrstündigen Verhandlungsmarathon wurden die vorbereiteten Informationen zunächst ausgetauscht. Schon allein der Umstand, dass die so zahlreichen und über unterschiedlichste sprachliche Fähigkeiten verfügenden Gipfelteilnehmer miteinander ins Gespräch kamen, ist ein riesiger Erfolg. Allen Teilnehmern gebührt deshalb höchste Anerkennung und größter Respekt. 

Das Ergebnis des Gipfels ist die Einsicht, dass die Energieerzeugung in allen Partnerländern überwiegend auf Kernkraft und fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas beruht und es noch ein weiter Weg zu einer umweltverträglicheren Energieerzeugung ist. Im Hinblick auf den nächsten Gipfel, der im kommenden Frühjahr in Wolstanton stattfindet, kamen die Teilnehmer zu der Erkenntnis, das Flugzeug stelle das ökologisch bedenklichste Transportmittel dar. Wir werden mit Interesse verfolgen, ob sich der Gipfel an seine eigenen Einsichten hält.

Nach dem eigentlichen Gipfel brachen die Botschafter immer wieder zu Exkursionen auf, um sich vor Ort zu informieren, welche Wege die Region Nordhessen einschlägt, um in möglichst kurzer Zeit die Energiewende zu schaffen. Im Vordergrund standen dabei das Kraftwerk der E.ON am Edersee, die Firma Kirchner Solar Group in Alheim/Fulda, die weltweit Photovoltaik-Anlagen errichtet, und die erst kürzlich in Betrieb genommene Biogas-Anlage in Lohne. Alle Einrichtungen vermittelten den Eindruck, dass die Zukunft schon begonnen hat.

Höhepunkt der Exkursionen war der Besuch an der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen. Die Schüler und Lehrer dieser Berufsschule fertigten mit den handwerklich nicht so begabten Botschaftern u. a. ein Modell an, das die Erzeugung von warmem Wasser mit Hilfe von Sonnenwärme veranschaulichte. Außerdem gewährten sie den Botschaftern Einblick in den Bau eines Energie-Plus-Hauses, das mehr Energie erzeugt als verbraucht. Dieses Projekt wird von Lehrern, Schülern und lokalen Handwerksbetrieben entwickelt und ausgeführt und ist ein Beweis für die große Leistungsfähigkeit dieser Schule. 

Am letzten Arbeitstag des Gipfels lautete die Aufgabe, ein Werbeplakat für „renewable energies“ zu konzipieren und herzustellen. Schaute man in so manches Gesicht, waren da die Strapazen der Woche überdeutlich zu erkennen, aber von keine Spur von Kreativität. Vor allem durch die einfühlsame Hilfe von Klaus Löcken und Mark Verhejen kamen trotzdem sehr vorzeigbare Plakate zustande, die am Ende von ihren Designern stolz vorgestellt wurden.

Im Laufe der Woche stellten die Gipfelteilnehmer fest, dass die eigenen Energien angesichts eines solch anspruchsvollen Programms immer wieder und immer rascher erneuert werden mussten. Die Gipfel-Organisatoren hatten dies berücksichtigt und mit einem vergnüglichen Abend im Bowlingcenter, einer schönen Kaffetafel auf Schloss Waldeck hoch über dem Edersee und Workshops, in denen gesungen und getanzt wurde, Möglichkeiten zum Aufladen der eigenen Batterien geschaffen.

Der Höhepunkt des gesellschaftlichen Rahmenprogramms war die flowerpower farewell party am Freitagabend. Phantasievolle Verkleidungen im Stile der sechziger und siebziger Jahre sowie die musikalischen und tänzerischen Darbietungen der Botschafter selber sorgten für Stimmung. Der von Edith Abram einstudierte „energy dance“ zeigte, dass es gar nicht so einfach ist, die eigene Energie zu spüren und mit Musik in Bewegung umzusetzen. Die Botschafter aber fanden auch diese Quellen und ließen den ganzen Saal an ihrem Fund teilhaben. Stefan Schmitt gelang es, den zusammengewürfelten Chor der Botschafter zu harmonisieren und zu einer schwungvollen Darbietung mitzureißen. Eine tolle Show. Die URS-Küche und die Gasteltern kümmerten sich um die Bedürfnisse der Mägen. Am Ende tanzte der Kongress zu den Klängen von „We are the world“ unter einer Weltkugel, die durch alle Hände ging. So fiel der Abschied überaus schwer. Da tröstete es nur wenig, dass der Schulleiter von Wolstanton eigens aus Newcastle-under-Lyme angereist war, um die Einladung zum nächsten Treffen in Großbritannien auszusprechen. Bis dahin sind es nur gut 100 Tage.

Was wird in einigen Wochen von diesem Gipfel in der Erinnerung der Teilnehmer übrig geblieben sein? Die Organisatoren erhoffen sich die Erkenntnis, dass die Teilnehmer trotz aller kulturellen und sprachlichen Barrieren doch gemeinsam miteinander sprechen und arbeiten können, dass wir in Zukunft Partner mit Verantwortung für uns und Europa sein werden und vielleicht sogar schon Freunde geworden sind.

Die Organisatoren danken der gesamten Schulgemeinde für ihr außerordentliches Engagement, die Unterstützung und Toleranz, ohne die ein solches Projekt nicht möglich ist.

 Kl. Wefing