| Amerikaaustausch der Ursulinenschule |
Mehr Kühe als Menschen
20 Ursulinenschüler besuchten Middleton in
Wisconsin - Gegenbesuch im Juni
Fritzlar. Amerika zum Anfassen erlebten 20
Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 bis 12 der Fritzlarer
Ursulinenschule in den vergangenen drei Wochen. Sie besuchten Schüler und deren
Familien der Middleton, einer Kleinstadt, mit 15000 Einwohnern. Seit 2001 gibt
es diesen Austausch der künftig alle zwei Jahre geplant ist.
Das Städtchen Middleton liegt in Wisconsin, dem hessischen Partnerstaat Etwa 50
Prozent der Einwohner sind deutschstämmig, deutsche Namen sind häufig, Bratwurst
und Sauerkraut gehören auf die Speisekarte - zur Überraschung der Fritzlarer
Gäste.
Besonders beeindruckt waren die Schüler davon, dass es in Amerika tatsächlich so
aussieht, wie man es aufs Filmen kennt: große Häuser und Autos, riesige
Supermärkte mit vielen Fertiggerichten, die Weite des Landes, breite Straßen,
Details wie Icemaker in jeder Küche.
In der Schule (1800 Schüler, 140 Lehrer) fielen die strengere Überwachung und
Kontrolle durch Sicherheitsleute und Videokameras auf. Schüler müssen sich
schriftlich abmelden, wenn sie die Schule verlassen; wenn sie in der Stunde auf
die Toilette wollen, müssen sie einen Pass mitnehmen. Der Unterricht ist völlig
anders konzipiert: Jeden Tag gibt es den gleichen Stundenplan, die Schüler
wechseln den Raum, die Lehrer bleiben stattdessen in ihrem Unterrichtsraum.
Amerikanische Schüler sind zum Teil sehr undiszipliniert, reden im Unterricht,
arbeiten nicht mit.
Erstaunlich fanden die deutschen Schüler zum Beispiel, dass
- Jugendliche ab 16 Jahren Auto fahren, aber erst mit 21 Jahren Alkohol trinken dürfen,
- Amerikaner ein anderes Kälteempfinden haben: bei null Grad laufen die Mädchen im Minirock und Flip Flops herum,
- beim Familienleben wenig gemeinsam gegessen und viel Fast Food und Fernsehen konsumiert.
- die Familien sehr gastfreundlich sind, man gehört sofort dazu.
Insgesamt fühlten sich die Schüler gut
aufgenommen von den sehr lockeren Gastfamilien, durften die Eltern sogar mit
Vornamen ansprechen. Die Schüler sehen in Amerika so vieles, was bei uns in
Deutschland anders gehandhabt wird. Schön ist, dass sie es als anders empfinden,
aber nicht verurteilen, sagt Lehrerin Birgit Anders, die die Gruppe zusammen mit
Martin Mulqueen begleitete.
Auf dem Besuchsprogramm standen außerdem die Besichtigung der Universität in
Madison und des Regierungssitzes, ein Vortag über die Deutschen in Wisconsin
sowie über die Indianer, die Besichtigung von zwei Milchfarmen mit 500 bzw. 750
Kühen (typisch - in Wisconsin gibt es mehr Kühe als Menschen) (Red)
Die Amerikaner kommen zum Gegenbesuch vom 20. Juni bis 10. Juli, leben auch in deutschen Gastfamilien und gehen während dessen in die Ursulinenschule.
Text aus HNA- Ausgabe vom 16. April 2004

